Familie sitzt unterm Baum

Gott ruft dich: Halt mal an!

Jürgen Ferrary
5. November 2025

Wenn ich mit Menschen spreche, die mit dem Glauben eher wenig zu tun haben, erlebe ich oft Ähnliches. In dem Moment, wo ich mich als Pastor oute, höre ich Sätze wie: „Ich bin zwar kein Christ, aber ich lebe nach den zehn Geboten.“ Dann denke ich oft: Echt? Das schaffen wir Christen ja kaum.

Denn wir haben vieles verlernt. Ich meine gar nicht Ehebruch oder Mord – Jesus hat ja ohnehin gesagt, dass beides schon im Herzen beginnt. Ich meine ein anderes Gebot, das kaum einer wirklich hält: „Ihr sollt sechs Tage arbeiten und am siebten Tag ruhen! Das gilt auch für die Zeit, in der ihr pflügt und erntet“ (2. Mose 34,21).

Und Jesus fügt hinzu: „Der Sabbat wurde für den Menschen geschaffen, nicht der Mensch für den Sabbat“ (Markus 2,27) Das bedeutet: Der Ruhetag ist keine religiöse Pflicht, sondern ein Geschenk. Gott hat ihn aus Liebe gemacht – für dich.

Er wusste, dass wir Menschen nicht dafür geschaffen sind, pausenlos zu leisten. Dass wir Körper, Geist und Seele brauchen, um im Gleichgewicht zu bleiben. Aber in unserer modernen Welt haben wir dieses göttliche Prinzip vergessen.

Wir haben zwar mehr Freizeit als frühere Generationen, aber sind trotzdem ständig beschäftigt. Wir arbeiten weiter – selbst, wenn wir frei haben. Und selbst, wenn wir sonntags in den Gottesdienst gehen, arbeiten wir danach oft weiter: Wäsche, E-Mails, Garten, To-do-Listen.

Dabei ist der Sonntag in unserer Gesellschaft sogar gesetzlich geschützt. Wir dürfen an ihm nicht einmal Rasen mähen – aber an Gottes Gebot halten wir uns trotzdem nicht. Wir nehmen uns Zeit für alles – nur nicht für Ruhe.

Doch Gott wusste: Ohne Ruhe brennen wir aus. Darum befahl er den Israeliten, selbst während der Erntezeit zu ruhen. Also genau dann, wenn sie am meisten zu tun hatten! Ich habe mal gelesen:„Wenn du Steuerberater bist – du brauchst auch im April einen Ruhetag. Wenn du im Einzelhandel arbeitest – du brauchst auch in der Weihnachtszeit einen Ruhetag. Selbst ein Bauer soll während der Ernte einen Tag lang nichts tun.“

Das gilt heute genauso – vielleicht gerade für dich, wenn dein Kalender überquillt. Warum ist das so wichtig? Ich glaube, Gott möchte drei Dinge, wenn er uns „Sabbat“ schenkt:

  1. Unser Körper soll sich erholen. Manchmal ist das Geistlichste, was du tun kannst, einfach ein Nickerchen.
  2. Unser Geist soll sich neu ausrichten. Zeit mit Gott – nicht als Pflicht, sondern als Begegnung.
  3. Unsere Seele soll wieder auftanken. Etwas tun, das dich belebt: Spazieren, Musik hören, Sport treiben, Freunde treffen.

Es geht also nicht darum, wann du ruhst, sondern dass du ruhst. Der Sabbat ist keine Regel, sondern eine Einladung. Gott ruft dich: „Halt mal an. Atme. Ich will dich auftanken.“

Ich gebe zu: Wenn meine Frau sagt: „Jetzt setz dich endlich hin und entspann dich!“, höre ich oft nicht. Aber wenn Gott es sagt – dann sollte ich besser zuhören. Vielleicht ist das heute dran: Nicht mehr zu tun, sondern weniger. Nicht mehr leisten, sondern loslassen.

Herausforderung für heute: Plane heute bewusst eine Stunde, in der du nichts tust – keine Aufgaben, kein Handy, keine To-dos. Nimm sie dir als „Mini-Sabbat“ und sag innerlich: „Herr, ich ruhe in dir.“

Sei gesegnet – und gönn dir Gottes Pause!

„Fast alles funktioniert wieder, wenn man es für ein paar Minuten ausschaltet – dich eingeschlossen“ (Anne Lamott).

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